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Unser Schwarm #25 – Sascha Rissling (29): Mit dem Web Development Bootcamp in Köln vom Audio Engineer zum Einstieg in den Traumjob als Softwareentwickler
Wie es im Bootcamp täglich zugeht, habt ihr vielfach schon gehört oder gelesen. Was aber ist die Motivation unserer TeilnehmerInnen überhaupt eine Weiterbildung zum Webdeveloper oder zum Data Scientist zu absolvieren? Was aber hat es mit dem Digitalen Gesellenstück auf sich? Und wie gelingt der Jobeinstieg? Unsere Absolventen antworten aus ihrer ganz eigenen Sicht...

vor 3 Monaten

Unser Schwarm #25 – Sascha Rissling (29): Mit dem Web Development Bootcamp in Köln vom Audio Engineer zum Web Developer

Musik ist meine Leidenschaft, aber nicht mein Beruf

Ich bin in Oberkirch im Schwarzwald aufgewachsen und habe in der Oberstufe die Schule abgebrochen. Um einen Plan B in der Tasche zu haben, versuchte ich eine Ausbildung als Versicherungskaufmann durchzuziehen. Aber eine Vernunftentscheidung ist nicht die richtige Grundlage für meine Berufswahl. Deswegen beschloss ich, mich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Wenn ich nicht mit meiner Extrem Metal Band, mit der ich in der Underground Szene bekannt war, tourte, begleitete ich andere Bands als Soundtechniker und Tourneeleiter quer durch Europa. Obwohl mir Musik die unfassbarsten Erlebnisse meines Lebens bescherte, wurde mir mit Mitte 20 klar, dass das Tourleben endlich ist. Ich beschloss vom Schwarzwald nach Köln zu ziehen. In Köln konnte ich eine Ausbildung zum Audio Engineer machen und hatte dadurch mehr Möglichkeiten mit Musik Geld zu verdienen. Und zwar ohne ständig unterwegs zu sein. Ich entschied mich für die Selbständigkeit und befand mich erneut in einer Sackgasse. Statt die berufliche Erfüllung fand ich Belastung. Ich musste Aufträge annehmen, mit denen ich mich nicht identifizieren konnte. Wie viele Musiker bin ich ein Idealist und das korrespondierte nicht mit den Jobs, die ich aus wirtschaftlichen Gründen annehmen musste. Mehr und mehr verlor ich die Freude am Job, von dem ich gehofft hatte, dass er mich glücklich macht. Mit Ende 20 war mir klar, dass ich so nicht weitermachen konnte. Die Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive ging weiter. Jetzt machte ich mir selbst Druck. Diese Entscheidung sollte sitzen. Ich sehnte mich nach einem Job, der mir Spaß, finanzielle Sicherheit und im besten Fall eine Festanstellung bringt. Denn die Jahre als Audio Engineer haben mich zwei Dinge gelehrt. Für mich war es keine gute Idee, mein Hobby zum Beruf zu machen und ich bin nicht der geborene Selbständige.

Ins Bootcamp startete ich ohne Vorerfahrungen

Als ich über Instagram auf neue fische aufmerksam wurde, fühlte ich mich sofort angesprochen, obwohl ich noch nie programmiert hatte. Ich bin schon immer ein Tüftler gewesen und ich fing an mich über Web Development zu informieren. Je mehr ich las, umso größer wurde mein Interesse am Bootcamp. Also rief ich bei neue fische an, um das Kölner Camp kennenzulernen. Hingefahren bin ich um mir das Ganze mal unverbindlich anzuschauen, einen Kaffee zu trinken und mehr über die Idee zu erfahren. Nach Hause fuhr ich nach einem Vorstellungsgespräch inklusive Coding-Übung. Als ich für das Camp angenommen wurde, habe ich zugegriffen und bin froh, dass meine Frau, die ganze Zeit hinter mir gestanden und mich ermutigt hat. Schließlich war Schule noch nie mein Ding und es hat mich Überwindung gekostet, mit 29 Jahren gefühlt noch einmal von vorne anzufangen. Das Bootcamp funktioniert nur, wenn man sich richtig reinhängt. Die ersten zehn Tage fühlten sich befremdlich an. Unser Kurs war eine bunte Gruppe und wir starteten mit den unterschiedlichsten Vorerfahrungen und beruflichen Hintergründen. Da ich schon immer der Beobachter war, habe ich den Kurs erstmal auf mich wirken lassen. Doch nach zehn Tagen hat es gefunkt. In dieser Gruppe gab es kein Rivalitätsdenken, denn unabhängig von den persönlichen Voraussetzungen hatten wir mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Bestärkt wurden wir durch die Coaches, die uns von der ersten Minute an klar machten, dass gute Programmierer lernen als Team zu arbeiten. Das Klischee eines Nerds, der alleine in seiner dunklen Kammer sitzt, hat nichts mit dem Beruf des Web Developers zu tun hat. Gute Programme entstehen, wenn viele Leute zusammenarbeiten und gemeinsam ein Problem lösen. 

Im Bootcamp habe ich auf den Prozess und die Coaches vertraut

Obwohl ich nie Angst hatte zu scheitern, haben mir diese drei Monate alles abverlangt. Trotz des positiven Spirits fühlte sich das Bootcamp jeden Morgen aufs Neue an, wie ein besonders schweres Sudoku, dass es zu lösen gilt. Dabei musste ich mir immer wieder sagen, dass es geil wird, wenn ich auf das Curriculum und die Erfahrungen von neue fische vertraue. Das bedeutete für mich auch, dass ich keinen Plan B hatte. Emotional bewegte ich mich zwischen Verzweiflung und völliger Hingabe. Besonders an Tagen, an den ich das Gefühl hatte, nichts zu verstehen oder keine Lösung zu finden, waren die Gruppe und die Coaches Leon und Marwin der Schlüssel zum Erfolg. Die Coaches bei neue fische haben mich fachlich mit dem Rüstzeug ausgestattet, das wir als Web Developer benötigen. Sie haben uns auch eine konstruktive Fehlerkultur vermittelt. Gute Programmierer lernen aus Fehlern. Bis heute ist das mein Leitgedanke: „If you want to be succesful, increase your rate of failure.“ Diese Erkenntnis und die Bestärkung unsere Coach-Teams, dass es sich lohnt durchzuhalten und auf die Erfahrungen des Bootcamps zu vertrauen, sind für mich am Ende voll aufgegangen.

Musik war die Inspiration für mein digitales Gesellenstück und der Schlüssel zum Traumjob

Wir sind alle zusammen losgelaufen, mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Das war der Weg des Lernens im Team. Wir haben uns nach kurzer Zeit als Team richtig gut verstanden. Dies wird am deutlichsten an den digitalen Gesellenstücken, die am Ende der Reise entstehen. Sie geben uns die Möglichkeit zu zeigen, was wir gelernt haben. Bei mir war das digitale Gesellenstück der Weg zum Job. Obwohl ich mein Hobby nie wieder zum Beruf machen würde, ist es umso schöner, dass die Musik der Schlüssel für mich war. Um mit meinem Freunden endlich richtig gemeinsam Musik machen zu können, habe ich einen Instant-Messanger entwickelt, der nicht nur eine Aufnahme ermöglicht, sondern eben auch ein virtueller Bandraum ist. Beim Abschlussevent kam ich mit meinem jetzigen Arbeitskollegen ins Gespräch. Er spielt Gitarre und schnell merkten wir, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. Aus dem Gespräch entstand ein Termin zum Vorstellungsgespräch, ich angelte mir einen Traumjob und könnte mich nicht wohler fühlen, denn auch mit meinen anderen Kollegen hat die Chemie sofort gestimmt.

Noch nie war ich so glücklich in einem Job

Das ist mein persönliches Happy End, denn als ich am Ende des Bootcamps auf Jobsuche ging, hatte ich erstmal das Motto: Hauptsache erstmal anfangen. Heute weiß ich, dass es so nicht funktioniert. Für meinen Job bei der Awesome! Software GmbH habe ich mich intuitiv, aus dem Bauch heraus entschieden. Das war genau richtig, denn als Programmierer gilt es schwierige Rätsel zu lösen, keine Angst zu haben, dass das manchmal eben Zeit braucht und dass Fehler ein ganz natürlicher Teil des Entwicklerlebens sind. Deswegen sollte jeder Entwickler in einer Arbeitsatmosphäre sein, die genau das zulässt und das geht letztendlich nur, wenn man sich wohlfühlt. Mein Job als Web Developer ist für mich genau das Richtige. Ich bin glücklich, möchte mich weiterentwickeln und bin froh, dass neue fische mir durch das Bootcamp die Tür geöffnet hat. Programmieren füllt mich aus und ermöglicht mir die Trennung von Arbeit und Beruf, nach der ich in den letzten Jahren gesucht habe.

Mit meinem Job möchte so viel Geld verdienen, dass ich einem anderen Absolventen die Ausbildung ermöglichen kann

Möglich wurde dieser Weg nur durch die Unterstützung meiner Frau und letztendlich war sie es auch diejenige, die mich bestärkt hat, das „Spätzahlermodell“ von neue fische in Zusammenarbeit mit der der Chancen eG anzunehmen. Sie ist Ärztin und kannte die Idee der Chancen eG gut. Man zahlt ab dem ersten Jahr nach Abschluss des Bootcamps in einkommensabhängigen Raten seine Studiengebühr zurück - und auch nur dann, wenn man dann in einem gut bezahlten Job steht. Denn die Chancen eG ist keine Bank. Vielmehr geht es darum, der Gemeinschaft, die dir geholfen hat, deine Ausbildung zu finanzieren, etwas zurück zu geben. Das Prinzip entspricht der ursprünglichen Idee des Bafögs und ich bin stolz, dass mein Antrag für die Finanzierung angenommen wurde. Anders als bei einer Bank muss ich keinen Business Plan vorlegen, sondern die richtige Motivation mitbringen. Für mich ist das Konzept von neue fische voll aufgegangen und das möchte ich auch anderen ermöglichen. Mein Ziel ist es so viel Geld zu verdienen, dass ich nicht nur meine Ausbildung zurückzuzahlen, sondern einem weiteren Bewerber die Ausbildung bei neue fische finanzieren kann.

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