Axels Erfahrungsbericht #6
Mein Name ist Axel, ich bin 32 Jahre alt und befinde mich auf dem Weg zum digitalen Nomaden. Ich habe mich nach längerem Vorlauf und Selbststudium zu einem Bootcamp bei neue fische entschieden. Wie es dazu kam, welche Erfahrungen ich im Bereich Web-Development bisher gemacht und welche Lehren ich daraus gezogen habe, das werde ich an dieser Stelle Schritt für Schritt mit euch teilen.

vor einem Jahr

Node.js, APIs, OOP, Webpack, Babel und Unternehmenspartner

Zum Glück haben wir Jerry

Nachdem wir in der dritten und vierten Woche die JavaScript-Basics durchgenommen haben, waren dies die drei Topthemen in Woche fünf und sechs: 

1. Die objektorientierte Programmierung mit ES6-Klassen, die Serverseite  mit Node.js und der Umgang mit APIs und “Fetch”.

2. Kennenlernen von Webpack und Babel, zwei Developer Tools, die uns das Entwickeln von Webseiten erleichtern.

3. Erster Besuch von den neue fische - Unternehmenspartnern.

Objektorientierte Programmierung mit JavaScript war Neuland für mich. Ich habe nicht verstanden, warum wir diese Programmiermethode verwenden sollten, wenn wir auch einfach funktionale Programmierung nutzen könnten. Zum Glück haben wir Jerry. Er hat uns sehr spielerisch an die OOP mit JavaScript herangeführt. Im Gegensatz zu trockener Theorie und öden praktischen Übungen hat er sich eine lustige Aufgabe ausgedacht. Wir haben OOP anhand der „Tierwelt” kennengelernt. Die Aufgabe war es, verschiedene Tiere (z. B. Hund und Katze) mit Hilfe von HTML und CSS darzustellen. Wir sollten deren Methoden bzw. Funktionen (bellen, laufen, springen usw.) mit JavaScript als Klassen definieren und diese Klassenmethoden auch untereinander vererben. So ergibt das Ganze Sinn, weil man durch diese Arbeitsweise einen sehr übersichtlichen Code gestalten kann. Das wäre mit reiner funktionaler Programmierung so nicht möglich. Eine wichtige Anmerkung hierzu: viele Frontend-Frameworks wie React, Vue und Angular sind auf dem Prinzip OOP aufgebaut. Deshalb ist diese Programmiermethode unabdingbar und jeder gute (Web-) Entwickler sollte sie beherrschen.

Node.js ist einfach der Wahnsinn

Ich habe schon einmal darüber geschrieben... Durch Node.js können wir JavaScript auch im Backend nutzen, um hiermit Server zu realisieren.  Wir haben auf zweierlei Weise mit Node.js einen Server aufgesetzt. Einmal mit purem JavaScript, auch Vanilla JS genannt, und einmal mit Hilfe von Express. Express ist ein serverseitiges Framework, das uns erleichtert, mit JavaScript einen Server einzurichten. Es kann komplex sein, einen Server mit Vanilla JS aufzusetzen aber ist es sicher sinnvoll, das einmal durchzugehen. So versteht man, was Express im Hintergrund für uns alles macht. Auch jeder Kfz-Mechaniker muss wissen wie ein Motor funktioniert.

Core-Technologies over Libraries and Frameworks

Wahrscheinlich wiederhole ich mich, aber meine wichtige Erkenntnis ist erneut: Core-Technologies over Libraries and Frameworks. Wenn du JavaScript beherrschst, beherrschst du auch Technologien, die darauf aufbauen – umgekehrt funktioniert das nicht. Wenn wir einmal verstanden haben wie ein Server funktioniert und wie er mit Vanilla JS geschrieben werden kann, dann macht es Sinn auf Frameworks wie zum Beispiel Express umzusteigen. Dieses Prinzip gilt natürlich für jedes Framework und jede Library.

Webpack, um Codes zu bündeln

Mit Webpack können wir unsere Codesegmente nachträglich bündeln. In der Entwicklungsphase teilen wir sie – aus Gründen der Übersichtlichkeit – in viele einzelne Dateien auf. Für das Arbeiten im Team ist es essentiell wichtig, durch eine gute Aufteilung der Dateistruktur dafür zu sorgen, dass sich alle Teammitglieder oder sogar Entwickler von außerhalb zurechtfinden. Aber warum wollen wir vor dem Hochladen (und in der Produktionsphase) unseren Code bündeln? Die Antwort ist einfach: Während der Produktionsphase brauchen wir keine gute Übersicht des Codes. Stattdessen benötigen wir einen Code, der so wenig Requests (Anfragen an den Server) wie möglich erzeugt, um Ressourcen zu sparen. So können unsere Websites schneller laden und wir verbrauchen weniger Datenvolumen. 

Babel für alle Browser

Babel verwenden wir zum Beispiel, um in der Entwicklungsphase moderne JavaScript Syntax (ES6+) zu schreiben, die einige Browser noch nicht interpretieren können. Hierbei kann Babel unsere ES6+ Syntax auf ältere Syntaxen (ES5) umschreiben, um sicher zu gehen, dass unser Code in der Produktionsphase auch wirklich auf allen Browsern funktioniert.

Ich habe hier jeweils nur ein Beispiel beider Tools aufgezeigt. Diese Tools sind noch weitaus mächtiger und wären jeweils ein Thema für sich.

Insgesamt werden die Themen immer komplexer

Gerade beim Thema „Backend” rauchen unsere Köpfe immer mehr. Ich freue mich total darüber, dass ich meinen Kommilitonen durch meine guten Vorkenntnisse helfen kann. Wir profitieren alle davon. Ich kann ihnen einerseits mit Rat und Lösungsansätzen zur Seite stehen und andererseits ist es eine wirklich gute Übung (und gleichzeitige Herausforderung) für mich, den Code der anderen zu lesen und zu interpretieren. So kann ich eventuelle Fehler aufdecken oder verschiedene Ansätze für Lösungen bieten. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn ich mit eigenen Worten eine Lösung verständlich erklären kann. Ich habe gemerkt, dass ich so mehr und besser lerne, als wenn ich an meinen eigenen Projekten arbeite. In dieser Hinsicht nehme ich zwei Erkenntnisse aus dem Bootcamp mit:

1.      Ich lerne eine Menge.

2.      Coachen macht mir Spaß. Ich kann mir vorstellen, mich auch in Zukunft auf das Lehren von Web-Development zu fokussieren. Meine Entwicklung vom Techi zum Tech-Teacher hat bereits begonnen.

Besuch von neue fische-Unternehmenspartnern  

Wir haben Besuch von OTTO, Polargold, Booking Time und Fork Unstable Media gehabt. Alle diese Unternehmen haben ein und dasselbe Problem: Fachkräftemangel! Aus unserer Sicht als Bootcamp-Teilnehmer ist das subjektiv positiv. Wir bekommen die Chance, auch als Quereinsteiger in ein großes Unternehmen einzusteigen und uns hier vom Junior Web-Developer bis hin zum Senior Web-Developer zu entwickeln. Es gab Skepsis, ob ein dreimonatiges Bootcamp ausreicht, um zum Junior Developer mit den nötigen Skills zu werden. Das vorherige Bootcamp hat bewiesen, dass es funktioniert. Ich habe gehört, dass mittlerweile fast alle Absolventen des letzten Kurses bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben. In den USA ist diese Methode schon seit vielen Jahren gang und gäbe. Außerdem ist es eine sehr gut funktionierende Praxis, um Nachwuchs für die Digitalbranche auszubilden, ohne Zeit zu verschwenden. Nun bringt Dalia, die Gründerin von neue fische, dieses Konzept endlich nach Deutschland.

OTTO hat uns die Arbeitsweisen und den Alltag eines Entwicklers in ihrem Haus gezeigt. Sie haben flexible Arbeitszeiten, geben die Möglichkeit, sich auch mal den einen oder anderen Tag im Homeoffice zu bewegen, organisieren Team-Events und haben weitere Angebote für ihre Mitarbeiter.

Ich finde es spannend, dass es bei allen Unternehmenspartnern eine kreative Gestaltungsfreiheit im Web Development gibt. Jeder kann seine eigenen Ideen mit in Projekte einfließen lassen. Vorlagen von oben, die einfach runter gecoded werden müssen, gibt es fast nicht mehr. Flache Hierarchien machen das möglich.

Mein Ziel: Digitaler Nomade

Für mich persönlich war Fork Unstable Media besonders interessant. Ich bezeichne mich selber als „Special Case“. Ich möchte Deutschland nächstes Jahr im Sommer verlassen und mein Leben als digitaler Nomade starten. So kann ich von überall auf der Welt als Full-Stack-Developer arbeiten. Auf Anraten von Dalia, der Gründerin von neue fische, habe ich mich auch in einem persönlichen Gespräch mit Alexander von Fork Unstable Media so präsentiert. Erstaunlicherweise stand er Digitalnomaden und dem Thema Full-Remote-Work ziemlich offen gegenüber. Er hat mir signalisiert, dass es in anderen Ländern ja schon Standard sei, gar kein eigenes Büro mehr zu haben und dass sehr viel Full-Remote gearbeitet wird. Fork Unstable Media arbeitet zum Beispiel mit zwei Developern in Kiew zusammen, die eine Full-Remote-Stelle haben. Darum kann er es sich als zukunftsweisendes Experiment grundsätzlich vorstellen.

Ich werde in den nächsten Wochen, nach weiteren Gesprächen mit Fork Unstable Media, mehr davon berichten.

Bis bald

 Euer Axel

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