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Unser Schwarm
In dieser Rubrik unseres Magazins stellen wir zukünftig regelmäßig Teilnehmer, Partner, Unterstützer und Mitglieder unseres Teams vor.

vor 22 Tagen

Unser Schwarm #17: Florian Kollewijn, Co-Founder und Vorstandsmitglied CHANCEN eG: „Jeder soll sich frei bilden können“

Faire und solidarische Finanzierung

Gemeinsam mit der CHANCEN eG ermöglichen wir unseren Teilnehmern eine chancengerechte und solidarische Bildungsfinanzierung – unabhängig von Einkommen oder Vermögen: Während des Bootcamps übernimmt die Genossenschaft die Gebühren, im Anschluss zahlen die geförderten Teilnehmer einkommensabhängig zurück. Im Interview erklärt Florian Kollewijn, Vorstand der Chancen eG,wie der Umgekehrte Generationenvertrag genau funktioniert und warum ihn unser Bootcamp-Konzept überzeugt hat.

Was ist die CHANCEN eG?

Die CHANCEN eG ist eine Genossenschaft, die die Finanzierung von Studien- und Ausbildungsgebühren ermöglicht. Das Finanzierungsmodell des Umgekehrten Generationenvertrags haben Studenten in den 90er Jahren an der Universität Witten/Herdecke entwickelt, der ältesten privaten Universität in Deutschland. 2016 wurde die Genossenschaft mit dem Ziel gegründet, das Finanzierungsmodell auch an anderen privaten Hochschulen anzubieten.

Wie funktioniert der Umgekehrte Generationenvertrag?

Unser Ziel ist es, finanzielle Bildungshürden abzubauen und Bildung unabhängig vom finanziellen Hintergrund zu ermöglichen: Jeder soll sich frei bilden können! Deswegen übernimmt die CHANCEN eG alle anfallenden Gebühren während des Studiums. Im Gegenzug verpflichten sich die Geförderten, auch nachfolgenden Generationen diese Freiheit zu ermöglichen. Wenn sie berufstätig sind und mehr als ein Mindesteinkommen verdienen, zahlen sie einen prozentualen Anteil des Einkommens zur Finanzierung weiterer Studienplätze zurück.

Wann und wie müssen Geförderte ihre Studiengebühren zurückbezahlen?

Sie zahlen nur dann, wenn sie in einem Jahr mehr als ein vorher definiertes Mindesteinkommen verdienen. Absolventen, die sich beispielsweise selbstständig machen oder im Anschluss noch etwas anderes lernen, zahlen also auch noch nichts zurück.

Ist das auch der Hauptunterschied zu einem Bildungskredit?

Ja, der Kernunterschied zu einem Kredit ist sicherlich, dass unser Modell zu 100 Prozent einkommensabhängig ist. Der Umgekehrte Generationenvertrag passt sich immer an die individuelle Situation an. Der zweite große Vorteil ist, dass die Rückzahlungen in unserem Modell von der Einkommenssteuer absetzbar sind.

An wen richtet sich der Umgekehrte Generationenvertrag?

Wir kooperieren mit ganz unterschiedlichen Bildungseinrichtungen: Das sind auf der einen Seite private Hochschulen und Universitäten und auf der anderen Seite alternative Bildungsanbieter, die auch Gebühren erheben – wie beispielsweise neue fische. Unser Finanzierungsangebot steht allen Interessenten zur Verfügung, die sich in einer unserer Partnereinrichtungen ausbilden lassen wollen. Gebühren sind bei diesen Anbietern also kein Hinderungsgrund mehr, sondern sie stehen allen Menschen offen. Wir führen allerdings mit jedem Bewerber ein Auswahlgespräch, in dem wir seine Motivation und seine Einstellung zum Genossenschaftsmodell checken.

Mit welchen Bildungsträgern arbeitet die CHANCEN eG üblicherweise zusammen?

Wir haben einige Kriterien, die erfüllt werden müssen: Die Qualität der Bildung muss hoch sein. Die Partner sollten zudem in puncto Didaktik oder Fachrichtung besonders innovativ sein. Gut ist auch, wenn die Einrichtungen staatliche Angebote komplementär ergänzen oder im Sinne des Pluralismus erweitern. Wenn wir über Hochschulen reden, müssen sie außerdem staatlich anerkannte Abschlüsse verleihen.

Lass uns über die Zusammenarbeit mit neue fische sprechen: Wie ist der Kontakt entstanden und was war dein erster Gedanke, als du vom Konzept gehört hast?

Kennengelernt haben wir uns über eine gemeinsame Bekannte. Bootcamps waren mir da zwar schon ein Begriff, aber für mich war das Konzept noch etwas unkonkret. Das hat sich schnell geändert: Als Dalia uns ihre Idee geschildert hat, war uns schnell klar, dass wir sowohl inhaltlich als auch persönlich gut zusammen passen würden. Die bisherigen Erfahrungen mit neue fische zeigen, wie gut das Konzept funktioniert. Wir lagen also mit unserer ersten Einschätzung genau richtig!

Glaubst du, dass man in drei Monaten überhaupt etwas lernen kann, das für den Arbeitsmarkt relevant ist?

Die Stärke des neue fische Bootcamps liegt natürlich darin, ganz fokussiert ein bestimmtes Set an Fertigkeiten zu vermitteln. Ich glaube aber, das wichtigste, was man in den drei Monaten lernt, ist, sich selbst Wissen anzueignen und immer wieder auf dem neuesten Stand zu halten. Wenn die Absolventen das aus dem Bootcamp mitnehmen, sind sie in der Lage, in Unternehmen einen positiven Beitrag zu leisten. Lernen steht eben nicht mehr exklusiv am Anfang eines Berufslebens, sondern zieht sich durch die gesamte Karriere. Diesem Gedanken trägt das Bootcamp-Konzept hervorragend Rechnung.

Nach knapp einem Jahr Partnerschaft von CHANCEN eG und neue fische: Wie fällt dein bisheriges Fazit aus?

Das Konzept neue fische funktioniert – und das gleiche gilt für unsere Partnerschaft. Wir haben in den ersten neun Monaten bereits knapp 20 Bootcampern ihre Teilnahme am Bootcamp ermöglicht – und die ersten zahlen sogar schon zurück! Was uns wirklich gut gefällt, sind die Diversität der Teilnehmer und der Anspruch von Dalia und ihrem Team, sie nicht nur durchs Bootcamp, sondern auch in Richtung Job zu begleiten!

Herzlichen Dank für das Gespräch, lieber Florian! Wir freuen uns auf viele weitere Bootcamper, die wir gemeinsam auf ihrem Weg in eine neue Karriere begleiten!

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